Wachdienst in NorddeutschlandWachdienst in Norddeutschland

Wachdienst in Norddeutschland

Wie auch in den letzen Jahren haben einige aktive Mitglieder unserer Ortsgruppen nicht nur an unserem Heimatgewässer ihren Wachdienst abgeleistet, sondern haben auch das Naherholungsgebiet Hamlar verlassen, um unsere norddeutschen Kameraden zu unterstützen. Dabei konnten wir vier Wachgänger auf Wangerooge und einen auf Usedom schicken. Um euch einen Eindruck zu vermitteln, was sie auf Wangerooge erlebt haben, haben wir die drei für euch interviewt.

Reporter(R): Habt ihr euch vorzeitig beworben oder spontan für den Wachdienst bereit gemeldet?

Interviewgast(I): Wir haben uns frühzeitig mit den richtigen Voraussetzungen (DRSA Silber, EH Kurs, mind. 16 Jahre) angemeldet.

R: Wie lange war eure Anreise?

I: Flo ist mit dem Auto 9,5h und Anja, Evi und Jakob sind mit dem Zug bis zu 19h gefahren.

R: Wie verhält sich euer Tagesablauf?

I: Präsenzzeit an der Wachstation besteht von 10 bis 18 Uhr mit täglich 3h Wache auf dem Turm und während der Badezeit an zwei Badestränden immer in Schichten von 1.5h
(Badezeit wechselt täglich, richtet sich nach Tide, d.h. unsere Wache kann auch schon um 8 Uhr beginnen oder bis 19 Uhr andauern).
Des Weitern gibt es noch die Wache im Inselwesten (je 2 Wachgänger pro Tag 1.5 Stunden).

R: Welchen Dienst erfüllt ihr?

I: Wir laufen laufen am Strand Streife (überprüfen, ob alles in Ordnung ist), gehen auf San-Einsätze (Pflaster kleben, Quallenstiche versorgen, etc.), suchen vermisste Kinder, gehen unseren Diensten an den Badestränden nach und weisen die Badegäste auf Gefahren und Regeln am Strand hin (z. B. Verbot des Betretens von Buhnen und der Nutzung von Drachen am Badestrand) und leisten Sozialdienste (97-jährige Badegäste ins Wasser begleiten, Rollstuhlfahrer umlagern).

R: Welche Rettungsmittel kommen dabei zum Einsatz?

I: Gurtretter
Rettungsbrett
SUP (Stand up paddle)
Restube
Motorboot
Wurfsack

R: Welche Einsätze habt ihr miterlebt?

I: Viele Kindersuchen, auch abgetriebene Kinder bei ablandigem Wind mussten mit dem Boot gerettet werden.
4 Quallenstiche innerhalb einer Viertelstunde, an einem Tag mit starker Strömung wurden sogar 6 Patienten mit starken Schürfwunden gleichzeitig (sind an Buhne getrieben worden) verletzt.

R: Was hat euch bewegt den Dienst überregional zu leisten?

I: Wir lernen im Training zwar vieles zur Rettung von Schwimmern in Gefahr, können dies aber sonst leider nur am Baggersee anwenden.

Auf Wangerooge sind ganz andere Verhältnisse als am Baggersee vorzufinden:


Man leistet den ganzen Tag lang über mehrere Wochen hinweg Dienst. Dabei sammelt man bei sehr vielen Einsätze (besonders im SAN-Bereich) an Erfahrung und lernt mit großer Verantwortung umzugehen. Beispielsweise erfährt man viel über Verhältnisse am Meer (Strömung, Rettungstechnik etc) und hat zudem viel Zeit zum Üben und mit neuen Rettungsmitteln vertraut zu werden.
Nebenbei lernt man Wachgänger von verschiedenen Organisationen aus ganz Deutschland kennen, sogar manchmal aus anderen europäischen Ländern.

Nicht zu unterschätzen ist, dass im Meer weitaus anstrengendere und schwierigere Verhältnisse als im Baggersee herrschen, beispielsweise ist auch beim Bootfahren viel mehr Vorsicht geboten und erfordert deshalb ein an die Gegebenheiten angepasstes Verhalten.

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Fotos: Florian Fritsch/Wasserwacht